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Brev från Elisabeth
Zenker och Marianne Schweitzer f. Zenker den 6 juli 1966
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Båda breven i samma kuvert med avsändare: E. Zenker/Schweitzer 8046 Dresden Kleinzschachw. Ufer 3.
Wie immer bekommst Du schlecht behandelter Sohn nur ein papiernen Glückwunsch zum Geburtstage. Dass ich aber mit so innigen Wünschen für ein gutes und gesundes neues Jahr bei Dir bin, das glaubst Du mir sicherlich. Zunächst wünsche ich Dir u. Deiner Märta ein paar schöne Schlendertage durch's sommerliche Schweden u. da fällt mir ein, dass Du gar am 11. garnicht mehr zu Hause bist, dumm von mir, nicht eher mir das klar zu machen. Sähnse, - so bin 'ch, diese vertrauten Laute höre ich ja nun wieder, wenn Leute am Zaun vorbeigehen. Alles wäre hier wieder so herrlich, wie in den vergangenen Sommern und mit der lieben, mutigen, auch fröhlichen Nanna ist es auch herzenwärmend, aber "das Herzstück" fehlt eben überall, immer denkt man, man wird ihn gleich im Garten schaffend oder am Schreibtisch (an dem ich nun sitze) planend stehen. Ach, - ein ewiger Verlust - auch für mich! Dabei ist das Gartengrün üppig wie nie durch den vielen Regen, eben rückt wieder ein Gewitter an. Ich schlafe aber nun in Ottos Zimmer u. da ist's bei Gewitter fein, nicht in die Barracke hinten zu pilgern. Schöne Rosenblüte ist ja vorbei, aber viel andere Blumen wie in Salta, dazu trägt der Kirschenbaum reichlich. Volker, Frida Seidels Sohn, hat gestern alle abgepflückt auf der grossen Leiter, 7 Gläser kochte N. ein, da hat sie dann eine Erinnerung im Winter. Morgen pflücke ich Stachelbeeren, wenige dies Jahr. Wir leben so harmonisch wie immer zusammen und ich bin doch froh, die lange Fahrt gemacht zu haben. Hatte Glück mit dem Wetter, die Hitze vorbei, die Ostsee aber wie immer einsam ausser der Gegenfähre u. langweilig grau. - Hertha in Berlin. Zu ihrem 53. waren wir schon Samstag zu Mittag, Kaffee, Abendbrot bei ihr u. ihrer Erna. Brigitte hatte alles allein gekocht u. war überhaupt eine reizende värdinna. Die Mutter war wie ein Gast am Tisch u. brauchte nicht mal "ihr zuzublinken". Brig. ist so alt wie Karin u. tüchtige Apothekerin, die Bestbezahlte von den Drei! Wenn man an Herthas Arbeit u. Verantwortung denkt, wundert man sich freilich. Lieber Gerd, Du wolltest Nanna
doch auch ein bischen unter die Arme greifen. Sie wäre aber sehr
glücklich, lieber ein Paket mal zu kriegen, Tee u. Kaffee. aber nicht
schon gemahlnen. Selbst darf sie keinen trinken, er war für Otto
dagegen Medizin. Aber Bohnen (also ½ Nun sei recht fest umarmt
u. bedankt für Deine Liebe Vielleicht gibt es wie im Westen, konzentriertes Hundefutter, natürlich nicht Büchse, sondern Karton. "Isko" ist nicht leicht zu ernähren.
Unter Blitz und Donner mit strömendem Regen entsteht dieser Brief. Mutti und ich sitzen jetzt 1730 bei Lampenlicht, jeder an "seinem" Schreibtisch. Ich räumte Ottos Arbeitsraum als Gastzimmer ein, so habe ich Mutti immer unter meinem Dach und unter meinen Augen. - Aber nun nimm erst meine aus tiefsten Herzen kommenden Glückwünsche an. Gott behüte Dich und schenke Dir für das neue Lebensjahr Gesundheit, er erhalte Dir Deine Lieben gesund. - Vor mir auf dem Schreibtisch steht Dein Bild, und oft unterhalte ich mich mit Dir. Ach wie sehr wünschte ich, dass ich Euch alle wiedersehen dürfte. Bei mir hat sich nicht allzuviel geändert. Eine Wohnungskommission überprüfte alles sehr nett und versprach baldige Bearbeitung, die aber jetzt in der Urlaubszeit nicht so schnell geht, man sah aber ein, dass ich nicht die 175.- Miete zahlen kann. (25.- erliess der Wirt.) Dies unsichere Hängen im Ungewissen ist nicht schön. Aber die Wohnungsfrage ist wirklich kaum zu lösen, es sind einfach keine Wohnungen da. Augenblicklich bin ich ja noch so froh, dass ich noch hier sein darf, wo Otto in jeder Pflanze für mich lebt, in jedem Winkel um mich ist. Ach wie gut ist es, dass er nicht hier alles verlassen muss, es hätte ihm das Herz umgedreht. Du glaubst nicht, wie schwer es beim Sichten und Räumen der Akten ist vernichten zu müssen, auch sonst so viel, was er mühsam erwarb weg zu tun. Ganz schlecht komme ich mich vor - und doch muss es sein. Schlimm ist, dass ich so garnichts planen kann, ehe ich etwas weiss über eine neue Bleibe. - Dass Mutti jetzt hier ist, das ist wunderschön und ein grosses Geschenk für mich. Sie schenkt so viel Wärme, soviel Liebe! Sie ist so frisch und oft auch heiter; denn Otto wäre sehr unglücklich über eine dumpfe Trauer. Leb wohl, grüsse die Deinen sehr, ganz besonders natürlich Märta, aber das ist ja klar, sie ist ja ein Stück von Dir und meine Gedanken umfassen Euch beide gemeinsam in Liebe.
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