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Brev från Marianne
Schweitzer den 14 januari 1957
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Dresden,
den 14. 1. 1956. [Fel år! Kuvertet stämplat
15.1.57.]
Es wird ja wirklich höchste Zeit, dass Ihr nun endlich einen Bedankemich-Brief bekommt. Euer liebes Paket half mit dem Kaffee das Fest verschönen und mit den anderen guten Dingen Otto's Geburtstag ausgestalten. Habt also recht, recht herzlichen Dank dafür. - Recht gefreut hat uns Märtas Brief vorher, und sie hat recht, ich bin rasend neugierig zu wissen, was sie wohl geschrieben haben mag, was Gerd für anstössig hielt. Einen so auf die Folter zu spannen. Gerds kurze aber prägnante Worte zum Fest erschütterten uns! Das war gekonnt! Aber etwas länger und weniger gekonnt wäre doch noch schöner gewesen, Bruderherz. Wir hatten eine schöne Weinachtszeit, nicht ganz so ruhig wie erhofft, da oft und viel Besuch da war, aber eben doch schön. Und Ottos Geburtstag verlief fröhlich nicht mehr im alt vertrauten Kreise. Wellers fehlten sehr. Es waren noch da Friedel, Tante Rüger, Hertha mit Brigitte Dittner, Volker, Sibylle, Lotte Kretschmar - lauter Weiblichkeit! Dann noch das Nachbar Ing.-Ehepaar Breitling (er 46, sie 60), reizende Leute, Herr Schüttauf (ein Kollege, früher Direktor der staatl. Gärten, etwas älter als Otto) und unsere Nachbarin und Freundin Tulli Mühlhofer mit ihrer Untermieterin Lore Johanson, Staatsschauspielerin allhier - aus Hamburg kommend. Frau Johanson und Sibylle zusammengespannt, das war zu schön. Es ging sehr hoch her voll Temperament, Geist und Witz. Ich war etwas erledigt als nachts 1 Uhr die letzten Gäste heimfuhren; d. h. von Otto mit unserem braven Ifa heimgebracht. Am Vormittag hatten wir mit unseren 5 Mitarbeitern gefeiert, d. h. es gab einen Frühschoppen: pro Kopf 1 Glas Wein und 2 Pasteten mit Hühnerfleisch (eigenes Fabrikat). Wir feiern jeden Geburtstag jedes Mitgliedes, sonst allerdings immer in einer gemeinsamen Kaffeestunde. Das bindet dann auch menschlich. Von übermorgen ab haben wir einen geborgten Sohn. Volker S. kommt 3 Wochen zu uns, Friedel will nach Karlsruhe zu Mechthild, um ihren Enkelsohn Hermann zu besichtigen. Volker, der Lehrling ist in einer Kunst- und Bauschlosserei im 2. Jahr, ist ja 1 Woche älter als Stefan. Er ist ein lieber Junge, nicht besonders klug, aber treu, fleissig und zuverlässig; kurz ein lieber Kerl. Armgart, die ja auch noch zu Hause ist, versorgt sich selbst. Sie macht im Februar ihre erste Kantorenprüfung, studiert aber nebenbei noch Gesang, um Oratorien-Sängerin zu werden, so ein kleines bischen liebäugelt sie wohl gar mit der Oper. Aber das wisst Ihr vielleicht durch Wolfgang schon alles. Wie macht er sich eigentlich? - Vor allem aber noch: Wart Ihr zu Muttchens Geburtstag? Ging es ihr gut? Wie geht es in Salta? Grüsst bitte Gunhild und Elof sehr herzlich. Wie jedes Jahr im Winter liebäugeln wir mit einer Schwedenreise im Sommer. Leider wird dann nie etwas daraus. - Wann habt Ihr Urlaub, und was unternehmt Ihr? Nun Schluss. Euch Fünfen von Herzen 1000 Grüsse und nochmals Dank.
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