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Brev från Cläre Immisch den 1 mars 1955
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Avsändare: Oberin Cl. Immisch, Freiburg i. Br., Güntertalstraße 5 a. Den 1. III. Liebe Märta, hab Dank Du Gute, daß Du so liebevoll an mich denkst und mir so lieb und ausführlich von Euer aller Ergehen erzählst. Ich denke auch viel an Euch. Als Ersatz für die verloren gegangenen Karten von Herthi, die damals allerdings in einem von mir gezeichneten Mäppchen steckten, geht mit gleicher Post eine Drucksache an Dich ab, Du mußt Dir z. Z. weinachtlichen Karten nun eben zum Gebrauch im nächsten Jahr aufheben. Hoffentlich kommen sie diesmal an. Ja der arme Wolfgang! Er ist sehr schnell gegangen, als ich im Frühsommer 1954 dort war, war er aber sichtlich schon ein schwerkranker Mann. Um Leni u. Bärbel mache ich mir viel Sorgen. Wie schön wäre es, wenn wir unsre einsam gewordene Heime zusammen legen könnten. Es müßte schon hier sein, denn ich bin zu alt um mich nochmal verpflanzen zu lassen u. Leni ist wohl dort noch nicht so verwurzelt, wie ich hier und in die alte Heimat zurück kann sie ja doch nicht. Aber wie machen? Erst müßen Leni's Verhältnisse ein wenig geordnet u. wenn auch ganz bescheiden, sicher gestellt sein. Es geht nicht an, daß meine sehr kleine Rente der einzige sichere Faktor für einen Dreipersonenhaushalt wäre, das würde auch das innere Zusammenleben nicht erleichtern. Ganz einfach ist in meinem Alter wohl überhaupt nicht mehr, mit einem aufwachsenden Mädelchen wie Bärbel, eng zusammen zu leben. Opfer wollt ich allerdings bringen denn für mich ist das Alleinleben in jeder Weise allzu schwer. Nicht nur das Kohlentragen, da finden sich wohl hier und da hilfreiche Hände, weil Eure 10 willigen Hilferhände ja leider nicht bis hierher reichen. Es ist noch viel Anderes. Der Winter war durch meinen Besuch aus Leipzig, die zwar 72 J. schwach u. gichtisch, keine körperliche Hilfe war, viel leichter für mich. Jetzt war noch 3 Wochen eine Mitschwester der Inneren Mission da. Ein lieber, gebildeter, humorvoller Mensch. Wir haben viel gelacht u. sind viel spazieren gegangen. Beides war eine Freude, das dicke Ende kommt aber nach. Jetzt bockt mein Herz so, daß es oft schwer ist. Aber es geschieht mir ja recht, ich hätte es ja wissen müssen daß ich das nicht kann. Gott behüte Euch. Es grüßt Eure alte Cläre. |
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