Brev från Erna "Sibylle" Zenker den 31 oktober 1954

[Avsändaradress: Zenker, z. Zt. Radebeul I, M.-Gorki-St. 34]

Reformationsfest 1954

Meine liebe Märta,

Du wirst Dich wundern, daß ich immer noch nicht geschrieben habe, - aber es war halt immer was los. Dein Brief hat uns allen so sehr große Freude gemacht! Ich las ihn bei minem Geburtstag [30.9] erst Nanna u. dann noch mal Otto vor. Die Schilderung von der Sonnenfinsternis war ja ganz großartig. Und wie hübsch, mal Euch "Schweden" auf einem Bilde zusammen zu sehen. Ja, schade, daß Du gerade fehlst. Gert hat sich überhaupt nicht verändert!

Und nun noch mal vielen, vielen Dank für das Paket. Es schmeckt alles herrlich. Nur - wie soll ich den Fruchtpudding machen? Erst soll er in ½ l Wasser aufgelöst werden, das habe ich verstanden, - aber dann kommt noch so eine lange Anweisung, da finde ich mich nicht zurecht. Er soll doch gut werden, - schreibe mal, was ich dann tun soll, bitte.

Am Do. war ich bei Nanna zum Tee. Sie erzählte mir, daß Hertha im Krankenhaus liege, wieder die Gallensache. Es geht ihr, Gott Lob, schon besser. Wahrscheinlich wird sie nun doch operiert werden, u. die Gallenblase, die ihr ja schon so lange Beschwerden macht, wird entfernt werden. Sowie ich Zeit habe, will ich Hertha einmal besuchen. Nur ist der Weg von Luga nach Neustadt weit u. umständlich, u. ich habe wenig Zeit. Anfang November erwarte ich eine alte Leipziger Kollegin auf Besuch; da kann ich auch schlecht fort.

In der Herbstferienwoche war ich 3 Tage in Berlin. Ich habe mir in der Stalinallee 2 nette, preiswerte Kleider gekauft. Ich besuchte meine alte Freundin. Na, in Berlin ist natürlich immer viel los, u. ich habe mich gut unterhalten.

Heute bin ich wieder mal übers Wochenende bei meiner Schwester. Das ist immer sehr gemütlich. Früh vor dem Frühstück habe ich schon eine Runde von ¾ Std. gemacht, Augustusweg, am Ermelhaus vorbei zur Baumwiese u. durch den wenigen Heidewald wieder zurück. Es war ganz wunderschön. Nach dem Regensommer genießt man die goldenen Herbsttage um so mehr.

Nun aber ruft die Arbeit! Ich muß mich für die kommende Woche preparieren. Morgen kommt Karin zu mir, am Di. besuchen mich 2 Kolleginnen aus der alten Schule, da muß ich also für die Woche alles fertig haben.

Ich danke Dir noch einmal recht von Herzen. Grüß alle recht schön.

Herzlichst
Deine
Sibylle.

Ansvarig utgivare: Stefan Zenker, www.zenker.se

 
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