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Brev från Margarethe ("Marga") Schultzky (f. Ackermann)
den 10 december 1949
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Dresden A16, 10. 12. 49
Mit Deinem lieben Briefe, den ich anfangs der Woche schon erhielt, machtest Du mir viel Freude und ich danke Dir herzlichst dafür! Ich freute mich besonders, einmal direkt von Euch zu hören, nachdem ich von Mutti, die sich immer über Deine schöne, behagliche Hauslichkeit freut, ab u. zu unterrichtet werde. Glücklich ist jetzt Mutti, bei ihren lb. Kindern u. Enkeln zu sein u. sie, Euch, in erreichbarer Nähe zu haben. Wunderschön, mit allem Comfort versehen, ist ja Eure Wohnung. Und wohl auch geräumig genug für Deine große Familie. Ein großer Fortschritt gegen die Dresd. Wohnung, in der Ihr als Untermieter wohnen mußtet mit dem kleinen Stefan, in der ich Euch einst besuchte. Auf dem Dürerplatz, glaube ich. Ach, wie lange noch wird es dauern, bis unser einst so schönes Deutschland einmal so weit sein wird, jedem seiner Einwohner wieder eine behagliche Existenz zu verschaffen? Der 30-jährige Krieg des 17. Jahrhunderts ist uns ein trauriges Beispiel dafür u. ach, unser 30-j. Krieg zerstörte ja noch viel mehr! So bin ich sehr froh, Euch alle gesichert im Lande des Friedens zu wissen! Ich bin aber auch von Herzen dankbar dafür, meine Söhne in einigermaßen guter Stellung im Westen zu wissen. Nur mein Hans, der bisher als der Gesichertste unter seinen Brüdern, angesehen wurde, hat seit der Währungsumstellung schwer zu kämpfen. Und er möchte doch gern in dem gesegneten Rhein-Hessen bleiben, dessen Klima ihm so gut bekommt! Er hatte auch sehr gewünscht u. ich mit ihm, ich möchte nach in Wiederherstellung zu ihnen nach Kreuznach ziehen. Aber die dortigen Kassen - unter franz. Besatzungsmacht, würden mir keinen Pfennig Rente auszahlen. Es ist also völlig aussichtslos für mich, dorthin ziehen zu wollen. So halte ich am Plane v. Jüngstenj. Alfreds fest, im Frühjahr od. Sommer zu ihnen nach Bremen zu ziehen, wo mir doch wenigstens die Hälfte m. einstigen Pension ausgezahlt werden wird, während ich mich hier, in d. S.Z. , mit der Hälfte derselben begnügen muß. Wenn ich nur erst wieder ganz geheilt u. widerstandsfähig auf meinen 2 Beinen mich fortbewegen kann! Vorläufig sind seit 10 Tagen alle Gehversuche eingestellt u. bin wieder völlig ans Bett gefesselt mit hochgebundetem Fuße, dessen, von den "Streckversuchen" herrührende, Wunde erst richtig geheilt sein muß bis an sicheres Gehen gedacht werden kann. So werde ich Weihn. bis zum Frühling noch im Krankenhs. zubringen müßen. Und meine Gedanken werden mit den herzlichsten Wünschen auch zu Euch wandern, wenn Eure lieben Jungen glücklich sein werden am Weinachtsabd. Auf Salta wird es gewiß ein sehr schönes Fest werden unter so vielen, lieben Verwandten u. der kleinen Barbro als Weinachtsenglein in der Mitte. Nur Deine liebe Mutter bedaure ich; was ruht alles auf ihren Schultern in diesen Festtagen u. vorher! Wie gut, daß sie das gute Mädchen Elfriede zur Hilfe hat. Wenn Du ihr einen herzlichen Weinachtsgruß von mir aussprechen wolltest? Und nun wünsche ich Dir, Gerd, Deinen lieben Jungen Stefan, Rolf u. Erik, dem Wunderkind, ein recht schönes gesegnetes Weinachtsfest u. grüße Euch alle herzlichst.
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