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Brev från Nanna
till Gunhild den 22 april 1949
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Meine liebe Gunhild! Eben fällt mir ein, dass Dir vielleicht einige Zucchinkerne wieder Spass machen würden da Dir die Pflanzen vorm Jahr so feingeraten sind. So schicke ich Dir hier welche. Es ist doch sonderbar, dass diese Kerne direkte Nachkommen von Pflanzen sind, deren Kerne ich von Maddalena aus San Remo einst bekam. Weisst Du Maddalena Lantieri, wo wir einmal zusammen abends eingeladen waren, die mir im Haushalt half. Jahr für Jahr abernte [?] ich seitdem hier dieses Gemüse. Die ersten Generationen waren etwas empfindlich und wären bei Euch so hoch im Norden sicher nicht gewachsen, aber nun aklimatisieren sich die Pflanzen und nun wachsen sie sogar bei Euch. Sollte ich noch Basilikumsamen auftreiben, den ich bisher nicht fand, dann schicke ich Dir auch davon; denn erst dieses Kraut macht den richtigen italienischen Geschmack aus. Wie mag es Euch sonst gehen? Gewiss hattest Du Ostern das Haus voll Kinder und Enkel und alle Hände voll zu tun. Wenn doch Elfriede nun endlich käme. Liesl sagte mir aber nun, dass das Hamburger Konsulat geschrieben habe, dass es schnell ginge. Elfriede hatte sich von ihren Düsseldorfer Herrschaften bereden lassen, bei ihnen zu bleiben. Sie ist so ein Menschenkind, das nicht nein sagen kann. Jetzt hat die viel energischere Liesl die Sache in die Hand genommen. Dir liebe Gunhild möchte ich noch einmal für das herrliche Mehl damals danken, welches bis jetzt unser Essen so bereicherte. Es ist so schwer ohne Mehl schmackhaft und naturhaft zu kochen, und ich zittere wenn ich sehe wie diese herrliche Gabe zu Ende geht. Die Ziege hat nichts davon bekommen, das brachte ich doch nicht fertig. Denke Dir, Otto bekam in Leipzig einen Preis für seine Friedhofsplanung, wir sind ganz glücklich darüber; denn es war ein grosser Wettbewerb und sehr viele Grössen beteiligten sich und es gab bloss 5 Preise! 14 Tage vor Ostern schickte ich 2 Päckchen mit Tischwäsche an Märta, hoffentlich kamen sie gut an. Im nächsten Päckchen will ich einmal etwas von dem Alpakka-Besteck schicken. Am schönsten freilich wäre es, es käme Jemand von Euch, um die Sachen zu holen und auch sonst einmal in der Wohnung nach dem Rechten zu sehen; denn ihr eingebrachtes Gut gehört ihr ja noch. Nun lebt wohl. Wie gerne würden wir Euch einmal wiedersehen!
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