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Brev från Agnes ("Nessi") Kiendl f. Zenker till Märta Zenker den 23 juli 1948 |
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Berchtesgaden, 23. VII. 48.
Wie freute ich mich, endlich einmal wieder von Euch zu hören u. im Allgemeinen doch gutes. Hab herzl. Dank für Deinen lieben Brief! Heute höre ich nun durch Nanna, der erste Brief seit Weinachten!, daß Euer Rolf am Blinddarm operiert werden mußte. Da habt Ihr sicher viel Aufregung u. Sorgen u. auch Kosten gehabt! Aber hoffentlich ist damit nun seine Magen- u. Darmkrankheit geheilt. Man hört ja so oft, daß der Blinddarm an soVielem Schuld ist. Sicher seid Ihr noch in Salta, - aber es ist schön, daß Ihr eine Stelle u. Wohnung in Stockholm habt. Und Eure 3 Buben sind nun auch schon "so groß", - da muß noch das Schwesterchen kommen, wie es bei uns war! - Hoffentl. hat Erik den Scharlach ohne Nachkrankheiten überwunden? Ihr habt ja nun schon allerhand durchgemacht mit den Kindern! Ich wünsch' Euch von Herzen, daß mit den Krankheiten nun mal Schluß ist! - Unsre Burgl ist in Reichenhall im Krankenhaus, wo ihr am Montag die Mandeln herausgenommen werden, die ja nun an allen Übeln Schuld gewesen sein sollen, auch an den Darmgeschichten. Bin neugierig, ob es nun alles gut wird. So schien sich bei uns nun der Sorgenhimmel aufzuklären. Da stellte bei mir der Arzt nun ein Miom fest, das ich bald operieren lassen soll. Es liegt nun wie ein Alpdruck auf mir, - ich denke es im September machen zu lassen. Hoffentl. finde ich eine Vertretung bis dahin. Darf ich Dich bitten, beiliegendes Brieferl an Helene weiterzuschicken? Du kannst es ruhig lesen. Du fragst wegen Bern. Hat er Dir denn nie geantwortet? Er hatte es immer vor. Er kann vorläufig ja nicht von Kärnten weg wegen des Hofes. In seiner Gartensache hat er mit dem Chef Pech gehabt, der ihn bei schlechter Bezahlung nur als Hilfsarbeiter ausnutzte u. bei dem er in der Ausbildung gar nicht weiterkam. So ist er dort u. verdient sich nun Geld auf verschiedenen Baustellen u. will wahrscheinlich überhaupt zum Baufach hinüberwechseln. Ich sorge mich um ihn, aber er ist so verständig u. man kann ihm da von hier aus ja auch nicht helfen. - Wolfram hat einen guten Praktikantenposten u. beginnt Mitte September auf der Landwirtschaftsschule.- Gerold wächst mächtig in die Länge u. Breite, ist jetzt in den Ferien eine rechte Hilfe für mich, bes. beim Einkaufen und Anstehen, das mir immer so schwer wurde. Am Montag fangen Hannes u. er mit dem Holzmachen für den Winter an. 2 große Fichten wurden uns am Königsee zugewiesen! Die müssen gefällt u. aufgearbeitet werden. Liebe Märta, daß Ihr uns nichts schicken konntet sahen wir voll u. gut ein. Ihr habt ja so viele, die zu bedenken sind. Du schreibst nun, daß Du vielleicht doch mal ein Paket ermöglichen kannst? Und was Burgl essen darf? Es geht uns ja jetzt viel besser, da es Kartoffeln u. Gemüse gibt. Aber Nährmittel u. Teigwaren sind noch immer sehr knapp u. gerade diese bräuchte Burgl u. auch ich, da ich viel Beschwerden habe. Kakao u. Trockenmilch wäre natürlich auch ganz herrlich, denn die Kinder bekommen jetzt zwar mehr, [?] im Winter aber doch nur 3 l. Magermilch im Monat u. die Milch fehlt ihnen so sehr. Und wenn ich noch einige Bitten hinzufügen darf: gibt es bei Euch Zitronensäure oder Ersatz? Wenn Du mir da etwas schicken könntest u. bisel Süßstoff dazu, so hätten wir für den Winter ein schönes Nachmittagsgetränk, denn ich habe viele Lindenblüten gesammelt. Jetzt trinken wir meist Pfefferminztee, aber alle haben ihn etwas über. Hannes u. Oma entbehren sehr den echten Tee, aber der wird wohl bei Euch auch viel zu teuer sein. Ich möchte nicht, daß Du so große Ausgaben für uns hast. Schicke überhaupt nichts jetzt, wenn Ihr in pekuniären Sorgen seid. Wir sind bis jetzt durchgekommen, wird es auch weiter gehen. Entschuldige die scheußliche Schrift, ich schreibe auf den Knien im Sessel sitzend, da ich die "Mittagsruhe" zum Schreiben ausnutzen muß, sonst nicht dazu komme. Nun alles Gute für Deinen kl. Patienten u. sehr herzliche Grüße an Dich, Gerd, die Kinder u. Tante Elisabeth. Hat sie meine beiden Briefe damals erhalten?
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