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Brev från Barbara
och Armgart Seidel den 22 maj 1948
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Dresden 22 Mai 1948
Erst Onkel Elof, ich wünsche Dir ein gesundes und frohes neues Lebensjahr. Hoffentlich hast Du Dein Geburtstag recht schön verlebt. Und nun will ich unsere Fahrt berichten. Onkel Gerd wird Dir wohl erzählt haben, wie wir gut in den Zug gelandet sind. Der Zug fuhr pünktlich vom Bahnhof ab. Um ½ 100 legten wir uns ins Bett. Eine ältere Dame war auch in unser Kupé. Um 700 mußten wir aufstehen, denn in Malmö wurden die Betten abgezogen und als Sitzwagen umgebaut. Um ½ 900 waren wir in Trelleborg gelandet. In Malmö war noch eine Frau mit in unseres Kupé dazugekommen. Sie hatte 4 große Koffer und 3 kleine Handgepäcke. Nun kamen die schwedischen Zollbeamten. Die Frau mußte sämtliche Gepäckstücke aufmachen. Aber bei uns sahen sie, daß wir auf den Rücksäcken lauter Wintersachen gepackt hatten, und so brauchten wir nicht öffnen. Das Schiff! Die Fähre schwankt auf dem Meer. Armgart wurde ganz schlecht. Sie hatte sich gleich in den Wagen gelegt und schlief 3 Stunden so hatte sie nichts weiter von dem Schaukeln gemerkt. Auf der Fähre habe ich Zigaretten für das ganze Geld gekauft. Wir wollen für die Zigaretten Lebensmittel eintauschen. Eine Stunde vorher sahen wir die Kreidefelsen der Insel Rügen. Als wir in den Hafen einfuhren wurde unser Wagen abgeschlossen damit kein anderer herein in unseren Wagen kam. Nach einer halben Stunde kam der Russen. Wir brauchten nur unsere Pässe vorzeigen. Sie sahen bei uns lauter Wintersachen auf den Rücksäcken und so ließen sie uns in Ruhe. Die Fahrt auf der Insel war herrlich. Der Rügendamm ist fabelhaft in Ordnung. Wir kamen in Berlin mit einer Stunde Verspätung an. Eine ¾ Stunde hatte er schon aufgeholt. Mutti hat Dein Brief erhalten und stand seit um 1100 auf dem Bahnhof. Der Zug fuhr 1203 in Berlin ein. Mutti hat sich gleich, wie sie in Berlin ankam, ein Zimmer für die Nacht aufgesucht. Mein Bruder kam früh um 700 zu uns. Wir sind um 900 mit der S-Bahn auf den Schlesischen Bahnhof gefahren um unsere Reisegenehmigung nach Dresden zu holen. Wir mußten nun wieder mit der S-Bahn auf dem Bahnhof Zoo (gehen) fahren. Dort auf dem Bahnhof gaben wir unsere Gepäck auf. Den braun Koffer aber nicht, denn es kann sehr gefährlich sein. In den Restaurant machte mein Bruder ein Pussle-Spiel. Dann gingen wir alle zusammen in den Berliner Zoo. Es war ganz nett. Es sind ganz wenige Tiere dort und sehr mager waren sie auch. Um 100 gingen wir wieder auf dem Bahnhof und fuhren dann auf den Schlesischen Bahnhof. 2 Stunden vorher waren wir dort um ein Sitzplatz zu bekommen. ¾ 400 fuhr der Zug pünktlich weg. In 5½ Stunden war wir in Dresden gelandet. Um ½ 1100 waren wir endlich mit unseren Gepäck zu Hause. Aber da waren wir froh und gingen dann sogleich ins Bett. Das alles wäre so weit von der Reise zu berichten. An den nächsten Tag lag im Briefkasten ein Zettel daß Dein liebes Paket aus Schweden da ist. In den nächsten Brief werde ich Dir schreiben ob was herausgemaust ist. Am Montag werde ich meine Schule beginnen. Am 27. Juli werde ich entlassen. Ich bin in dem Vierteljahr sehr gewachsen sagt Mutti. Armgart kann meine Sommerdirndl alle anziehen und passen ihr sehr gut. Nun liebe Tante Gunhild und Onkel Elof habt noch sehr, sehr herzlichen Dank für alles was Ihr uns angetan habt. Auch noch herzlichen Dank für Euer liebes Paket. Wir laden am Sonntag Tante Nanna und Onkel Otto zum Kaffee trinken ein.
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