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Brev från Otto
och Nanna Schweitzer den 21 maj 1948
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21. Mai 1948
Gestern sahen wir die Seidel-Kinder wieder, die uns strahlend von den schönen Tagen in Schweden berichteten. Barbara fragte mich gleich nach der genauen Tageszeit und nach meinem etwas komischen Kopfschütteln übermittelte sie mir Deinen präzisen Gruss. Du kannst Dir denken wie ich mich gefreut habe, habe recht herzlichen Dank. Es war schön, von den Kindern auch von Euch und über Erik mehr zu hören als man zuerst so schreibt. Jedenfalls waren sie noch ganz begeistert von all den Dingen von deren Existenz sie so wenig Ahnung hatten. Es war ihnen aber auch anzusehen, wie gut sie sich erholt hatten. Ihr alle habt Euch aber wirklich viel Mühe, Arbeit und Kosten gemacht und dafür danke ich noch vielmals - ich fühle mich ja doch recht mit verantwortlich für die Seidel Kinder! - Die Älteste, Mechtild, studiert in Münster Medizin, ein Prachtmädel, die sich schwer durchsetzen musste. Im August hoffe ich, dass sie einige Wochen hier sein kann. Ich selbst hätte natürlich von den Kindern gern etwas über wirtschaftliche Dinge und von Deiner Arbeit gehört, aber davon wissen sie - Gott sei Dank möchte man sagen - noch nicht viel. Ich habe heute tüchtig im Garten gejaucht, vielleicht riechst Du es noch! Wir haben ein gutes Wachswetter, häufig Regen und meist schön warm.
Ihr Lieben! Ottos Gruss an Euch soll nicht ohne ein Wort von mir abgehen - wenngleich wir eins sind - u. sein Wort gilt. Was habt Ihr uns für eine riesengrosse Freude gemacht - na, Ihr müsst sie ermessen können, sonst hättet Ihr ja nicht dies riesengrosse Opfer gebracht. Otto wurde bei Barbaras Überbringung ganz rot! so intensiv war die Freude. - In den nächsten Tagen schreibe ich Märta wegen der Anfrage mit der ich nun in puncto Beantwortung langsam aber ergebnislos weiter komme. Die Kinder zu sehen war eine reine Freude, sie haben ja 1/4 - fast 1/3
ihres bisherigen Körpergewichts zugenommen. Mutti schrieb damals,
dass Henning und Helene fast neidisch die strotzende Gesundheit und Farbenpracht
erlebten, so dass ich fast ein schlechtes Gewissen hatte, Euch um die
Aufnahme der anfälligen Kinder gebeten zu haben, aber jetzt bin ich
beruhigt als Barbara erzählte, dass selbst Mariann, doch 1½
Jahr jünger als Barbara, noch 4 Aber sonst geht's uns gut ausserhalb der Hungerei. Wir haben zu tun - ich verkaufte 2 grosse Blumenbilder im vergangenen Monat, kleine Gartenarchitekten-Aufträge kommen auch. Am Nachmittag - es ist inzwischen Sonntag geworden - gehen wir nachdem wir uns beim Volksbegehren unterschrieben haben - zu schwed. Bohnenkaffee!! zu Friedel; da werden die Kinder weiter ausgequetscht. - Am 12. bei Hans war's bei friedensmässigen Torten - hübsch, aber ich sorge mich um den dortigen beiderseitigen Zustand, das strebt so auseinander. - Suse hofft sehr auf einen Brief von Märta, sie hätte 2 lange geschrieben. Hans natürlich hat die finstersten Besorgnisse, dass sie aus irgendwelchen Kontrollgründen nicht ankamen. Märta, erzähle uns doch mal von den Kindern. B. + A. sehen sie eben mit Kinderaugen, finden Erik so süss, Rolf soo lieb (A.) und Stefan: einen fabelhaften Jungen (B.) Ich wüsste so gern einmal über ihre Eigenarten. Sie sagen Rolf sei Gerd so ähnlich, ich dachte immer Stefan? Ich sehe oft lange die 2 Bilder auf meinen Schreibtisch an. Nun lebt wohl, habt nochmals Dank.
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