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Brev från Otto Schweitzer till Stefan den 12 december 1946 från Dresden
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Anm. Mestadels avskrivet. Tunt papper i originalet gör att baksidestexten stör. /SZ
Mein lieber Stephan! Zum Weinachtsfeste und zum Neuen Jahr wünsche ich Dir alles Gute vor allem Frohsinn und Gesundheit. Dass Dein Hüftweh gut geheilt wird und Du wieder recht umherspringen kannst! Dann dass auch der Vater recht bald zu Euch kommen kann. Sicher habt Ihr dort schon dicken Schnee. Hier sind wir froh, dass es noch so milde ist, denn die Kohlen sind knapp und Holz gibts auch nur wenig. Ich zieh mir immer einen Handschuh an im Zimmer. Von Norwegen, vor allem von dem langen Schwimmen im eiskalten Wasser hab ich im Winter immer so halb abgestellte Füsse und Hände. Aber es ist schon viel besser wie vor einem Jahr. Neben mir sitzt unsere junge Katze und gukt mit in den Brief, die hab ich vor einigen Wochen auf der Strasse gefunden und sie ist ganz zutraulich geworden. Sie fängt alle Mäuse weg in unserm Haus. Auch ein Kaninchen sitzt in seiner Kiste hier im Zimmer. Das hat wohl zuviel Kohl gefressen. Es bekommt nun alle Stunden Tropfen eingeflösst und den Leib massiert. Zu Weinachten soll es ja in die Pfanne wandern und bis dahin nicht abnehmen.
Deutschlands kämen und helfen würden, dann möchte es in einem Menschenalter gelingen. So aber seien es nur Sechse. Es gäbe keinen oder nur sehr wenig Nachwuchs. Ich hätte wohl Lust dazu, sagte ich und er meinte wenn ich als Maler und Gartenarchitekt keine Arbeit mehr hätte, solle ich kommen und helfen meisseln. Er würde es mir schon beibringen. Ich hatte eine grosse Kohlezeichnung vom Zwingerumgang am Wallpavillon gezeichnet. Die besah er lange und sagte dann traurig ja so war es mal! Wir sind aber nicht nur traurig über das Zerstörte, auch froh und dankbar über das schon wieder hergestellte. Alle Brücken wieder passierbar, Strassenbahn, Eisenbahn und Schiffahrt wieder im Gang, Gas, Wasser, Elektrizität wieder im Umlauf und fast alle Strassen aufgeräumt. Das Haus am Dürerplatz wo ihr wohntet ist ganz fort. Der Schutt ist weggefahren. An der Stelle geht eine Trümmereisenbahn in Richtung zum Grossen Garten. Auf dem Dürerplatz ist eine grosse Brecheranlage errichtet. Dort werden die Steintrümmer zu Ziegelmehl und Mörtel verarbeitet. Wenn es erst wieder Zement und Stahl gibt und Holz wird dann auch der Aufbau rascher vorwärtsgehen. Nun lieber Stephan nochmals recht herzliche Grüsse und Wünsche, auch für Deine Mutter, Geschwister und Grosseltern. In herzlichem Gedenken Dein Patenonkel |
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