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Brev
från Märta till Gerd den 3 oktober 1946
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Upsala den 3. 10. 1946 Mein liebster Gerd! Mal wieder ein paar Worte. Ich ging eben auf der Strasse, da legte jemand die Hand auf meinem Schulter. Und das war mamma Schwarz. Stell Dir vor neulich erzählte ich ihr in Sthlm. daß ich zu meinem Bruder nach Upsala fahre um Nichte u. Schwiegerin zu pflegen auf Egilsgatan. Ach was, sagte sie, dort pflege ich ja auch u. zwar den neugeborenen Enkel meines Bruders. U. vorgestern sah ich sie nun im Nachbarhaus auch in der dritten Etage in genau so einem Hause uns gegenüber stehen u. Kinderhemden plätten. Es ist doch komisch! Von der Zöllnerstraße bis nach Egilsgatan! Papa Schwarz darf mit der übrigen Familie bei Hof bleiben. Die jüngste Tochter hat Post von ihrem Mann in russischer Gefangenschaft. Und Marie ist in Stuttgart am Stadttheater angestellt. Mende aus Dr. regissiert. Sie hatte in Hof eine Rolle als Irmtraut (oder so was) im Waffenschmied gehabt und 51 Mk. pro Abend bekommen. Eines Tages als Frau S. noch unten war bekamen sie Nachricht daß Pakete bei Hagander in W. zu holen waren. Frau S. u. Marie machten sich auf u. er war so freundlich u. bot Ihnen Bohnenkaffee an mit feinem Kuchen u. Zucker. Dann schlug er Frau S. vor nach Schw. zu gehen u. sie ließ sich schließlich überreden von ihren Kindern. Aber sie hat so geweint. Dann ging es mit einem Buss von München. Sie waren 20 Personen. Auch eine ganze Familie mit deutschem Mann und Frau geb. Schwedin u. 2 Kindern. Tochter erwachsen. Es ist sonderbar. Denke mal in Sthlm auf dem Fest, wir saßen bis um 2 nachts, da wurde R. zwischen 12 - 2 4-mal angerufen von einem Herrn. Sie arbeitet wahnsinnig u. verdient viel und spart alles. Sie will wenn ihr Mann herkommt, ihm helfen, so daß er schwedisches Ingenieursexamen ablegen kann. Ich glaube er hat nicht deutsches Examen. Und sie sagt sie liebt ihn über alles u. kein schwedischer Mann ist so wie er. Aber --- sie kann nicht allein leben u. hat einen fürs Fleisch. Gulli u. ich finden es entsetzlich. Wenn sie sich heftig verliebt hätte, aber so kaltblütig. Ist das nicht schwer? Nun muß ich aber auch sagen, daß das Leben in Stockholm so gehetzt ist und die Versuchung sicher groß. Ich glaube, dort gibt es wenig stabile Ehen. Löfvander fragte, ob wir uns nicht gut verstehen hätten. Ich mußte lachen. So was selbstverständliches. Frau Åkerson sagt: Ja, Herr Zenker war immer so nett, aber so korrekt. Sie ist auch ein großer Flirt. Was hat denn Dr. O. für Zukunftspläne? Es ist entsetzlich, daß Deine Briefe immer so alt sind. Bist Du wirklich gesund, geht es Dir gut mit dem Herzen? Gullis Mann hat nachträglich geschrieben, daß er was auf den Kopf bekommen hat u. eine große Wunde u. mußte vier Wochen im friedrichstädter Krankenhaus liegen. Übermorgen fahre ich nach Haus, da ist Rolfs 5-Jahrestag. Ach ich weiß genau dieser Tag (3. okt.) damals. Ich ging nachmittags mit Stefan im Gr. Garten. U. alles war so schön sonnig u. herbstgefärbt. Er bekommt ein paar Pantoffeln, zwei Bücher - Grimms Märchen u. eine Fortsetzungsgeschichte einer Katze Pelle Svanslös vom Radioonkel in Upsala. Die ist ganz großartig - u. kleine Lichter für die Torte. U. ein Boot von Erik, das mit Reaktionsmotor getrieben wird. Ann Margret ist nun auf Salta u. H-g u. Lene in Stockholm. - Denke, daß Mia Eriks Heim kennt u. Du nicht. Karin liegt u. schläft u. Erik ist draußen. Er gibt Englisch für einen Kreis von Friseusen. Sollst bald kommen und mir helfen graue Haare rauszureißen, bald schaffe ich es nicht mehr alleine. Weißt Du wo Nessie ist? Ich hatte ihr Papiere geschickt für Bern um Einreise zu suchen vor langer Zeit, aber habe keine Antwort. Nanna schrieb, daß Friedels Mechthild bei Käthe [Brevet slutar så abrupt mitt på sidan, men det postades. Kuvertet stämplat Uppsala 4.10.46. /SZ] |
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