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Brev från Märta till Gerd den 2 juli 1946 från Salta
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Gerd Zenker, Vilsbiburg, Kirchstraße 50 bei Kastl, Niederbayern 13b. Abs. M Zenker, Enköping, Schweden Salta den 2. 7. 1946 Mein lieber Gerd! Gestern kam eine Karte von Mutti vom 18.6, daß Du nach Hamburg gefahren bist. Hoffentlich kannst Du da was ausrichten! Dort ist Legationssekreterare Torsten Brandel. Er hat vorigen Sommer nach einer Reise in Deutschland Besuche empfangen und Auskünfte gegeben auf Tyska Avvecklingsbyrån in Stockholm. Da hatte ich eben Dein erstes Lebenszeichen bekommen und fuhr gleich hin. Er war sehr liebenswürdig und sagte, ich solle froh sein, daß ich erstmal Nachricht von Dir hatte und daß es Dir gut ginge, weiter sollte ich in Kontakt beleiben mit dem U.D. wegen Pakete schicken und er war nicht pessimistisch in Bezug auf die Aussichten für unsre Männer nach Schweden zu kommen. Nun ist ja seitdem ein Jahr vergangen. Ich sage zu Stefan, daß Du uns nun so nahe bist, daß es gar nicht weit von Malmö ist, da meint er Du könntest doch gleich rüberschwimmen. Auf Malmö kann er sich ja so gut besinnen seit unsrer Zwischenlandung dort. Im schönen Restaurant, den schönen Kaffee und Apfelsinen frei. Ich war doch zu bescheiden um mehr als drei zu kaufen. Nun rief vor paar Tagen Frau Schwarz an. Sie ist vorige Woche mit einem Transport von Schweden u. schwed. Geborenen gekommen.Sie wohnt bei ihrem Bruder in Upsala. Sie war mit ihrer Familie und den beiden Enkeln zu Fuß nach Bayern gekommen und die anderen wohnen in ein paar Zimmern in einem Schloss Hohenberg. Marie singt in der Kirche und die andere Schwester Annie arbeitet mit beim Bauern. Stefan wußte von sich aus noch, daß Norbert ein krankes Bein hatte und fragte, hatten Schwarzens eine Papagei oder was war es für einen Vogel. Das ist doch tüchtig von ihm. Findest Du nicht, daß Mutti alles holen soll, was sie überhaupt bekommen kann von Klotzsche, wenn es ihr nicht zu viel wird. Und die Kleider und Kindersachen verteilen und verschenken. Bekommst Du die Fotos, die ich Dir geschickt habe in den letzten Wochen? Es ist so schwer zu wissen was Du für Strapatzen machen mußt, und ich kann so wenig tun. Von Otto Ruge noch keine Antwort. Er wird den Brief erst gestern bekommen haben. Die norwegische Regierung hat ihm eine Villa zu Verfügung gestellt für den Rest seines Lebens. Dies Jahr wird sie nun neu vorgerichtet und nächstes Jahr zieht er ein. Er war so beglückt, sie liegt auf dem Lande und freute sich auf stille Jahre. Farbror Axel ist im Urlaub zu seinem Bruder Herrman eingeladen in Oslo. Mit Rolf hatte ich eine traurige Angelegenheit vorgestern. Ich gab ihm drei Erdbeeren, davon zwei für Erik und Karin. Rolf lief schnell hinter Gröna Bon, kam strahlend raus, "nun habe ich sie M. Erik u. Tante Karin gegeben". Dabei selbst verspeist. Lange Rede von mir. Und am abend kommt er weinend. "Stefan hat Steine auf mich geworfen und mich gerade am Bein getroffen." Wie ein Blitz stürzte ich auf Stefan, er war empört, Rolf hatte sich doch am Wagen gestossen. Da fing Rolf an zu weinen, bekannte und will nie wieder lügen. Es ist sehr schwer. Heute Nachmittag habe ich mitgearbeitet auf dem Feld mit dem Heuaufhängen. Es ist eine sehr schwere Arbeit und ich bin so müde. Von ½ 8 - 9 waren wir nun am Abend in Solberga Wald und haben Erdbeeren gesucht. Mutti war traurig, daß unsre Pakete noch nicht da waren, aber das braucht ja noch gar nichts zu sagen haben. Neulich auf Vappa bei Olles Verlobung mit der Holländerin haben wir auch ihre Nationalhymne gesungen. Man hatte ein Buch angeschafft mit den Liedern, die die alliierten Soldaten auf den Schlachtfeldern gesungen haben und so habe ich mir Bertchens Nationalgesang bestellt, aber es war keineswegs mitreissend dieses brasilianische. Da lobe ich mir die Melodie zu Ordem e progresso, was Erik immer singt, die er selbst erfunden hat. Am Sonnabend machte er seine letzte Prüfung und ist nun Fil. licentiat, mit der höchsten Zensur, vom Professor vorher nicht gegeben. Nächstes Jahr kriegt er ein Stipendium und fährt nach England. Gerd wo bist Du denn heute abend, bist Du traurig oder hoffnungsvoll? Bleib das immer. Einmal kommt doch der Tag, wo wir uns wiedervereinigen. Ich bin unveränderlich Deine liebende Märta, bleibe Du nur mein alter geliebter Gerd. Bleib mir immer nah. Und immer fröhlich. Mein über alles Geliebter, bist Du, mein Gerd!
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