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Brev från Mutti (Elisabeth Zenker) till Märta den 18 mars 1945
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En avskrift med Märtas handstil. Hon skickade nog originalet till Gerd eller till Lene? /SZ d. 18/3 Meine liebe Märta! Eben kam Dein Telegramm. Gerds Anschrift lautet 13b Vilsbiburg Niederbayern bei Dr. Rudolf Kastl. Deinen lieben Brief erhielt ich vor einigen Tagen und danke Dir herzlich und freue mich von Eurem Wohlergehen zu hören. Auch uns allen hier geht es gut. Ich bin noch bei Schweitzers, weil hier mehr zu tun gibt. Zu Hause wird Hertha mit von Frau Dittner versorgt. In Klotzsche war ich auch, es ist alles in Ordnung. Gerd hat Vorräte u, Fleischbüchse mitgenommen u. hierher gegeben. Wir nehmen nun doch davon, denn auf der Mozartstraße in Kl. kommen wahrscheinlich neue Bombengeschädigte hinein, die netten Leute, die bis jetzt drin waren und alles blitzblank hielten sind weitergefahren. Stefans Overall nahm Gisela Hoyer mit und gab ihn Herrn Miehe. Sachen für Frau Günther nahm ich nicht, ich weiß nicht ihre Anschrift. Sie ist sicher auch ausgebombt, weil sie ja nahe bei Sibylle wohnte. Gestern fuhr Gisela H. auch nach Vilsbiburg. Zu meiner Freude erhielt ich den Tag zuvor Dein Paket vom 26. 1. und habe nun umgepackt und Gisela für Gerd mitgegeben. Trockengem. Bouillonwürfel, die sehr weich waren, das Obst, das auch weich und fleckig war, behielt ich, alles andere bekommt Gerd nun hoffentlich sicher. Ob alle anderen Pakete an ihn ankamen, weiß ich nicht genau. Kurz vorm Angriff am 13. 2 holte ich aber vom Zoll, das mit der hellen Jacke, die Gerd sehr beglückt trägt. Dienstag will ich wieder in Eure Wohnung. Das Hinkommen ist noch sehr umständlich, deshalb kann es nicht oft sein. Hoffentlich kommen ordentliche Leute hinein. Gerd fehlt mir natürlich sehr, ich bin froh, daß ich die letzte Woche fast jeden Nachmittag (vor dem 13.II) bei ihm war. Wunderbarerweise rief Gerd am 13.II früh an, er wolle mal auf der Ermelstraße essen. So war ich nicht, wie sonst jeden Abend, zum Umsteigen in der Innenstadt und habe wohl dadurch das Leben gerettet. Es war auch so schön Gerd und Hertha bei mir zu haben in der Schreckensnacht. Hier gibt es viel zu tun, zuerst hatten wir Ausgebombte hier auf Matratzenlagern. Nun ist nur Sibylle noch da und muß ja auch vorläufig bleiben. Aber nun geht im Garten die Arbeit an. Die kleinen Frühlingsblumen gucken heraus und wir haben schon Puffbohnen gesteckt. Wir haben die gute Hoffnung sie auch ernten zu können trotz Russen und Terrorbombern. Alarm gibt es oft, aber nur alles mit der Ruhe! Der Mensch gewöhnt sich an alles und hält den Nacken steif. Bitte telefoniere an Helene daß hier alles gut steht, der Brief hier kommt wohl schneller an als sonst. Leider ist wohl ihr Paket beim Angriff verloren gegangen. Ein merkwürdiges Glück, daß das Deinige, das 4 Tage später abgeschickt wurde, ankam, ich konnte es ohne zu öffnen auf unsrer Interimspost abholen: Schmorbraten, Kartoffeln, Rotkraut, Pfirsichkompott, zum Kaffee einen Haferkuchen. Du siehst Deutschland verhungert lange nicht. Und zwar alle Dinge auf Zuteilung (ausser Komp.) natürlich. Garnichts hinten herum. Hertha, Sibylle, Schweitzers grüßen Dich sehr und ich bin mit einem herzlichen Gruß und Kuß [Deine Elisabeth] |
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