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Brevkort från Gerd till Märta den 8 februari 1945
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8. 2. 45. Märtalein! Gestern kam schon wieder ein großes Paket von meiner Allerliebsten. Aber Du bist doch nicht bei Troste, muß ich da sagen. Die feine Jacke! Sie sitzt beinahe wie vom Schneider. Hab Dank, meine Liebste! Und sonst so viele gute Dinge, die hochwillkommen sind, wie Du weißt. Es ist alles gut angekommen, auch die Äpfel und Möhren. Und mit der ersten der Rasierklingen habe ich mich schon geschnitten. Es ist so hübsch auszupacken, was Du ausgesucht und eingepackt hast! Ja, nun habe ich wieder eine Familie. Diesmal
zwar nur eine Fraumit zwei Kindern, aber dafür sind sie auch schon
7 und 14 Jahre alt (Junge 7, Mädchen 14). Die Daum aus Beuthen brachte
eines Abends ihre Schwägerin angeschleppt, die aus Breslau gekommen
war. Soweit ganz sympathisch und gebildet, mausen wird sie bestimmt nichts!
Heute abend zieht sie ein. Angenehmerweise hat sie alle Wäsche mitgebracht.
Ich habe sie in meinem Eckzimmer untergebracht, das ich bisher bewohnte.
Sie hat eine Bettstelle mit Matratze und ein Kinderbett gekriegt, eine
andere Bettstelle hat sie mitgebracht. Tisch von Frau Laube. Denkt nur mal an, gestern ist Pappa in der Straßenbahn zusammen mit einem Kohlpechrabenschwarzen Mohr gefahren. Der konnte ganz richtig deutsch sprechen und machte viel Spaß mit der Schaffnerin. Ich hatte Angst, daß er abfärben und mich auch schwarz machen würde, aber nein. Liebste, Liebste! Paß auf, morgen schreibe ich wieder eine Karte. Wenn Du die liest wird Dir vor Erstaunen der Mund offen stehen bleiben. Immer Dein! Dein Gerd |
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