Brevkort från Gerd till Märta den 20 december 1944 från Dresden

19./20. 12.

Liebste Märta!

Ach ja! Der dritte Advent ist vorbei und Weinachten naht, ohne daß man weiß wieso. Dieses Jahr fällt es allerdings aus, Bäume gibt es überhaupt nicht, das ist betrüblich. Was glaubst Du wohl, wie die Volksgenossen in die Heide strömen [ca 5 ord strukna av censuren]. Ich bin am Weinachtsabend bei Mutti, am 25. desgleichen, am 2. Feiertag wird wieder gearbeitet. Und jetzt gibt es mehr als genug zu tun.

Ich habe Dir für einen Brief vom 29. 11. zu danken: tack tack lilla Du. Wenn Du mich jetzt mit Stefan am Wiener Express abholen wolltest, könnte es passieren, daß Du neun Stunden warten mußt! So groß war die Verspätung heute, hörte ich zufällig.

Gestern hat der Gegenangriff im Westen begonnen. Wenn Du diese Karte liest, weißt Du schon bedeutend mehr! Wir können uns ja noch gar kein Bild von der Bedeutung und Trageweite der Angelegenheit machen. Erinnerst Du Dich noch an den 10. Mai 40? Ich denke so viel an unser Leben auf der Emser Allee, das war auch schööön!

Bei Frl. Weßner war ich seit 5 Wochen nicht mehr. Rut Semmann bezw. Gulli B. verlangt Baby-Bettwäsche zurück. Weißt Du, wo das sein könnte? Zwangseinquartierung ist noch nicht gekommen, Gott sei Dank. Du bist so lieb, meine Kleine. Ich denke davon, wie wir auf der Emser Allee in dem nebligen Badezimmer plauschten alle drei.

Ansvarig utgivare: Stefan Zenker, www.zenker.se

 
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Senast ändrat eller kontrollerat den 24 juni 2006.