Brevkort från Gerd till Märta den 11 november 1944 från Bregenz

11. 11. 44.

Liebste!

Mit einem Schlage ist es Winter geworden. Ich sitze hier in Bregenz, dicht an der Schweizer Grenze, in einem netten Gasthaus, und möchte gern das Wochenende auf möglichst angenehme Weise verbringen, aber draußen ist ein Schneegestöber, daß man kaum die Hand vor Augen sieht.

Von Stuttgart bis Lindau habe ich von 6 bis 23 Uhr gebraucht!! Verspätungen und Alarme sind davon Schuld. Auf diese Weise hatte ich 5 Stunden i Ulm Aufenthalt und besah mir diese schöne alte Stadt gründlich. Man muß ja immer denken, daß vielleivht beim nächsten Besuch nur noch Trümmer zu sehen sind! Ich konnte es auch nicht lassen, auf den 140 m hohen Münsterturm zu steigen. Das war eine Leistung!

Abends strahlt das Schweizer Ufer hell über den See, ein langentbehrter Anblick. Gestern war Sturm, die Wellen schlugen über 3 Meter hohe Kaimauern. Die Brandung und dahinter die hohen Schneeberge waren ein herrlicher Anblick!

Beruflich war der Besuch mehr als interessant. Wegen des Wetters habe ich keine Lust, über Sonntag hierzubleiben, sitze lieber u. arbeite in meinem Zimmer in U'türkheim. Dienstag bin ich wieder in meiner lieben Heimatstadt Klotzsche! Ob wohl die Küche unter Wasser steht?

Ich wünsche Dich oft her, um Dir etwas Schönes zu zeigen! Hier muß ich auf Schritt u. Tritt an unsre Reise denken, dieselbe Atmosfäre mit den österreichischen Lauten ringsum, bitt schön!

Herzlichst Dein G.

Wieviel Briefe gehen wohl wöchentlich von Bregenz nach Enköping?

Ansvarig utgivare: Stefan Zenker, www.zenker.se

 
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Senast ändrat eller kontrollerat den 25 oktober 2006.