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Brevkort från Gerd till Märta den 23 oktober 1944 från Dresden
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Daterat den 23.10, poststämplat den 26.10. /SZ Absender: Gerhard Zenker, 10 Klotzsche, Mozartstr. 8 23.10.
Der Herbst kommt mit Regen, Wind und Schnupfen. Ich habe zum 1. Mal geheizt. Kohlen gibt es ja genügend. Bin neugierig, wie es mit der Zuteilung für den Winter wird. In der TH ist es gräßlich kalt wie immer. In meinem Zimmer sind wir jetzt 8 Mann. Friedel ist weg, hat sich mit List nicht vertragen. Umgesattelt, Landmaschinen wie Roemer. Vän Kurt ist ganz der Alte. Hält alle, die heiraten u. Kinder bringen, für Hornochsen. Kollege Huhn, Radeburg, läßt sich einen Vollbart stehen. Wird vielleicht Mode unter uns?! Von Martinson, Miehe usw. nichts neues. Wurde wohl mal alle nach Klotzsche einladen. Wenn man nur etwas Spirituöses hätte! Man ska väl ha en snaps först. Am Freitag kommt der ... mit Kisten für Porzellan u. Bücher. Am Sonnabend dann der große Möbelwagen. Erst Ermelstraße: Schreibtisch, Kisten, Bücherschrank, Kleinigkeiten. Dann geht's hier los. 5 Z. Kohlen nehmen sie mit, das übrige muß ich mit d. Handwagen rausschaffen. Vielleicht nächsten Sonntag. Habe ich Dir von Nannas Geburtstag geschrieben? Ich glaube doch. Für Eriks ersten Zahn habe ich den Göttern geopfert. Lasse Dir von der deutschen Gesandtschaft 5.- auszahlen. Neulich wurde ich auf dem Weg nach Kl. von Alarm überrascht. Ich ging in einen Deckungsgraben am Industriegelände und saß da im Finstern auf meiner langen Bank als einziger Mann unter mehr als hundert Frauen!!! Das war ja was für mich. Oj oj oj. Eine ganze Stunde noch dazu. In den Fabriken da draußen gibt es eine ganz besondere Abart der edlen deutschen Weiblichkeit. Seid recht lieb, Ihr vier Meinen. Und fröhlich. Mein kleiner Stefan und mein kleiner Rolf sollen mir doch mal einen schönen Brief malen. Ich habe Euch so lieb. Lebt wohl, einen Kuß! Sv. Damtidning habe ich bekommen, vielen Dank, es wird weitergereicht.
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