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Brevkort från Gerd till Märta till den 8 september 1944 från Dresden
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8. 9. 44. Märtalein! Ich esse jetzt ganz furchtbar viel und werde wohl jeden Tag ein Pfund zunehmen. Du hast nämlich so fleißig Reisemarken gespart und die verfallen nächstens. Umtauschen kann man sie leider nicht. Du kennst meinen Geiz und weißt, wie ich leide! Ob es mir noch gelingt, vorm Umzug die Moltkepl.-Wohnung zu tauschen, weiß ich immer noch nicht. Das wird wohl erst in der letzten Minute klar werden. Mein kleiner Liebling, Du schreibst so hübsche Briefe. Du schreibst von unserem Zusammengehören. Auch ich gehör der Meinen! Ich denke ja so viel an Dich. Nun geht's ans Fragen beantworten. Auf Deinen Wohnungsmöblierungsplan bin ich gespannt! Vielleicht wird er doch aktuell. Der Vorsaal ist gut erhalten und hell gestrichen, aber von Natur etwas finster. Den Kontrakt habe ich Ende Juli unterzeichnet, habe also jetzt zum 2. Mal Miete bezahlt (60.-). Eigentlich verrückt, aber der doppelte Umzug wäre ja viel teurer. Die Küche sieht besser aus als bei Tante. Türen und Leisten mittelfall, mittelgut. Nun habe ich Deine Gisela weggeschickt, es ließ sich doch nicht mehr verantworten. Ich erwarte noch einen großen Krach vom Arbeitsamt. Hertha muß schon öfters nachts raus, ihr Geschäft geht aufwärts! H.-Chr. ist glücklich bei der schweren Artillerie. Jetzt ist er noch in d. Garnison u. kommt dann auf eine Schule. Erzähle Stefan, daß Pappa manchmal zusammen mit Onkel Miehe mit der Radebeuler Bimmelbahn fährt! (Nach Radeburg). - Wann kriege ich endlich Mans kvinna? Du Arme hörst mich Tom der Reimer singen. Meine Gisela sagt: Sie singen wie ein Pfarrer. Mit nichts konnte sie mich schmerzlicher treffen. Ich sang nämlich nicht "Anna Blume", sondern Gonna get a girl oder so etwas. Muß muß lilla vän. Dein Gerd. |
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