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Brev
från Gerd till Märta den 29 juli 1944 från Dresden
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29. 7. 44.
Dank für Deinen Brief vom 14. Juli und für das letzte Telegramm, in dem Du schreibst, daß der Konsulatsarzt eine Verlängerung wegen der Impfung befürwortet. Schön! Wenn Du Deine Ankunft meldest, dann rechne bitte damit, daß ein Telegramm 5 Tage brauchen kann (meist kommt es in 1-2 Tagen). Heute will ich Dir den Grundriß Deiner Wohnung schicken! Wenn wir Glück haben, dann bekommst Du sie vielleicht garnicht mehr zu sehen, denn ich suche schon fleißig zu tauschen. Sie ist nämlich 1) sehr klein (2 ½ Zimmer), 2) hat sie kein Bad, und das ist natürlich gräßlich, wenn Erik so stinkt, daß Rolf ihn wegschmeißen will! Da die Wohnung aber im übrigen annehmbar ist, habe ich zugegriffen, als ich sie vom Wohnungsamt zugewiesen bekam, denn wer weiß, was für eine Höhle die nächste gewesen wäre bezw. wann die nächste Adresse gekommen wäre. Ich habe ab 1. August gemietet. Einen Spediteur zu kriegen ist garnicht so einfach; im August muß es aber klappen, denn ich habe Tante zum 1. Sept. gekündigt. Sie hat es mit großer Fassung aufgenommen und hat auch schon eine junge Frau als unsre Nachfolgerin in Aussicht. Ihr paßt es nun insofern schlecht, als sie nicht nach Nichtewitz fahren kann, weil sie die Wohnung nicht allein lassen will. Evtl. will sie auch vorrichten lassen.
Mit einem Zeiß Ikon-Schlüssel, dem einzigen für Mann, Frau und Mädchen, schließen wir auf und betreten einen ziemlich finsteren Vorsaal (1). Bei X hängt eine unsrer zahlreichen Lampen. Du willst natürlich gleich das Wohnzimmer sehen (2)! Es ist schön groß, hat 2 Fenster in die Bäume des Platzes hinaus, 25 m2 Fläche, einen grünen Kakelofen und eine gute hellbraun geblümte Tapete. Linoleum-Fußboden. Durch eine Doppeltüre geht es in den Nebenraum (3). Der ist schon bedeutend bescheidener. Er hat abgenutzten Dielenfußboden und grüngestrichene Wände, die besser aussehen dürften. Müssen wir möglichst vorrichten lassen. Kein Ofen!! Derselbe grüne Blick aus dem Fenster wie nebenan. Gegenüber vom Wohnzimmer ist die Küche (4). Gleich neben der Türe der Herd, etwas kleiner als D.-pl. (als der Dürerplatz). Guter Steinholzfußboden. Wände gestrichen, nicht mehr sehr gut. Neben dem Herd 2 Eisenschienen für den Gaskocher (5). Wasserleitung am Fenster. Aufsicht auf häßl. Hinterhäuser, aber davor schöne Gärten. Besser als D.-pl. Die Küche ist ebenso klein wie bisher (9 m2). Nebenan geht es nun noch in das 3. Zimmer (6). Es ist auch ziemlich groß, hat einen Kachelofen und aufregend blau gestrichene Wände. Die kaum zu lösende Preisfrage ist nun: Wo Kinderzimmer, wo Schlafzimmer? Für beide Lösungen gibt es eine Menge Für und Wider. Da hast Du etwas zum Kopfzerbrechen. Ich schreibe Dir noch die Möbelmaße zum Ausschneiden und Schieben! Nimm es gnädig auf nach dem Motto: Schon was, spricht Schnabel. Jedenfalls sind wir vor Einquartierung sicher!
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