Brevkort från Gerd till Märta till den 11 maj 1944 från Dresden

Liebes Märtalein.

Nun habe ich endlich ein kleines Briefchen von Dir, nämlich vom 27. April mit den 6 Bildern. Schöön! Was für einen bezaubernden neuen Sohn ich doch habe. Und Du liegst so lieb in dem schmalen Marterbett und lächelst mich an, daß mir ganz warm ums Herz wird. Dir ist die Woche in U. wohl schon wieder in meilenweite Ferne gerückt, kann ich mir denken! Erik meinen besten Dank dafür, daß er die Tradition der Kindbettfotografien so vorbildlich fortgesetzt hat. Genau wie auf der Strehlener Straße, nur die Wand im Hintergrund links fehlt. Ist es ein Einzelzimmer? Es ist doch verrückt, daß ich noch keine Ahnung habe, wie der Kleine sich benimmt und was für eine Art Menschlein er ist, jetzt, nach bald drei Wochen!

Ob Du mich wohl heute früh um 4 gehört hast, wie ich für unser Männerquartett gesungen habe? Habe die Ehre, meine Märta. Es haben sich inzwischen so viele Glückwünsche und Grüße angesammelt, daß ich keine Ahnung mehr habe, von wem ich nun grüßen soll. Nur Miehe fällt mir ein und Pappa Schwarz. Morgen gehe ich zu Hans, um ihm seinen 50. feiern zu helfen. Stell Dir vor, mein Bruder! Willst Du wirklich versuchen, etwas Anzug-ähnliches zu kaufen? Da fällt mir ein, daß ich Dir nicht einmal die 10. Mark geschickt habe, die Dir zustehen! Meine Nummer ist 48. Und vergiß nicht, daß ich mit 176 cm zwei Zentimeter über svensk medellängd besitze!

Ich denke mit Besorgnis daran, daß Du so bald wieder kommen willst. Und nichts hat sich an der Situation geändert! Ich wäre so froh, wenn sich eine Möglichkeit fände, aber es geht wohl nur im Krankheitsfalle. Was sagt Giesecke?

Sehr viel Liebe! Dein Gerd.

Ansvarig utgivare: Stefan Zenker, www.zenker.se

 
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Senast ändrat eller kontrollerat den 24 juni 2006.