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Brevkort från Gerd till Märta till den 23 april 1944 från Dresden
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Liebste! Womit verbringen wohl meine drei Schätze ihren Sonntag? Mir geht es so gut, wie es ohne Dich überhaupt möglich ist. Heute streife ich auf den Bergen über Niederwartha umher. Der Frühling ist so schön! Jetzt sitze ich unter einer wehenden Birke an einem Teich, der in der Sonne glitzert. Grüne Wiesen, Bäche, Anemonen, Wind, blauer Himmel. Eigentlich sollte ich mal lieber im Labor sitzen und etwas nützliches tun! Ein Herr aus Kiel war da, dort haben sie seit vielen Monaten keinen Sonntag mehr und jeden Tag 11 ½ Stunden! Wie gut geht es uns doch. Du kleine Liebe hast mir einen so hübschen Ab-Brief geschrieben, hab Dank. Mutti hat Gisela 1.50 pro Tag gegeben, sind wir nicht noble Leute? Wenn auch wider Willen. Mir wird ganz Angst, wenn ich unsre vielen Vorräte sehe, und tue mein bestes, um sie zu dezimieren. Ihr werdet bei Eurer Rückkunft wohl vor leeren Kisten und Kasten stehen, Ihr Armen. Aber dafür werdet Ihr einen dicken, blühenden, prächtigen Pappa haben, und das ist ja auch ganz schön. Mein süßer Liebling! Es ist so, wie Du einmal vorausgesagt hast: diese Zeit ohne Dich ist ganz nützlich zum Nachdenken über uns beide und unser Leben. Was wäre mein Leben ohne Dich? Du bist mein Ein und Alles, ich brauche Dich so. Meine kleine Märta. Vielleicht habe ich schon ein Telegramm, wenn Du diese Karte kriegst?! Am 29. gehe ich zum Zahnarzt, damit mir's auch ein bißchen schlecht geht. Mir graut schon davor. Sind meine beiden Spaßvögel inzwischen schon richtige Bauern geworden?
Küsse! Dein Gerd. |
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