Brev från Elisabeth Zenker till Salta-borna den 7 oktober 1934

Dresden, d. 7. 10. 34

Liebe Mimi, liebe Gunhild, lieber Elof, liebe Märta, liebe Söhne!

Nu är det slut med gamla Sverige - und wir sind wieder eingelebt in grossen Vaterland. Aber ständig stehen vor unserm innern Auge die Bilder unsrer Reise und unsre Gespräche drehen sich darum: was heut vor 8 Tagen oder 14 Tagen etc. war. Der herbstliche Garten von Salta, der blinkende See, der Pilz-Wald, die Domkirche von Str. und last not least Christinas wunderschönes Antlitz ziehen an uns vorbei, wieviel Schönes haben wir erleben dürfen Dank Euer Aller Liebe und Freundschaft, für die wir so herzlich dankbar sind! Ihr alle seid ein so grosser, grosser Schatz für unser Leben, wie unendlich reicher ist es durch Euch geworden und ich bedaure nur tief, dass mein guter Mann das nicht mehr erlebt und mit seinem lebhaften, teilnehmenden Herzen an all der Freude teilnehmen kann. Wie hätte er sich an Helenes Glück erfreut. Nun muss ich's allein tun und bin Gott und Euch lieben Menschen dankbar, dass sie eine so schöne Heimat gefunden hat, in der sie schon so fest verwurzelt ist.

Wie glücklich bin ich, mit Gerd alles mit eigenen Augen gesehen zu haben u. nun mit einer teilnehmenden Seele reden zu können. - Unsre Reise war recht angenehm. Schweden mal bei Tageslicht zu sehen, war fein. Es ist eine so schöne Fahrt an Wasser u. Wäldern vorbei. In der Nacht wurden wir sanft auf der Ostsee auf zwei bequemen Sofas geschaukelt, nur die Zollkontrolle nachts 3 Uhr im Schuppen da wir ja nicht Schlafwagen fuhren, war ein bisschen "übernächtig" und frierend. Der Schwedenpunsch in der Thermosflasche blieb unentdeckt. Deine schönen Bonbons u. Brötchen u. Aepfel liebe Mimi, retteten uns aus Hungersnot, hab noch vielen Dank dafür.

Hier war alles gut in Ordnung. Frau Kokuschky hatte fast in jeder Stube Blumen gestellt und Herr Uhlmann dienerte an der Ladentür, als wir ankamen. (Dies für Märta.) Nun sind wir in das tägliche Einerlei eingespannt u. Gerd hat sich in die Arbeit gestürzt. Da er heut nicht zum schreiben kommt, so nehmt bitte einstweilen durch mich auch seinem Dank entgegen. Tausend herzliche, frohe und dankbare Grüsse sendet er und

Eure Elisabeth.

Ansvarig utgivare: Stefan Zenker, www.zenker.se

 
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